Dieses Buch ist jedem Westdeutschen zu empfehlen. • • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Geboren am 13. August (Gebundene Ausgabe) Für einen geborenen DDR-Bürger ist wenig neues in dieser Autobiographie zu finden. Für alle (Westdeutschen), die sich mit der Geschichte der letzten Tage der DDR beschäftigen wollen, sei dieses Buch aber wärmstens ans Herz gelegt. Die Sicht eines Funktionärskindes bekommt man so schnell nicht wieder präsentiert.
An einigen Stellen wäre eine gründlichere Darstellung wünschenswert gewesen. So hätte es mich schon interessiert, was in der Familie Bisky zum Gründungsaufruf des Neuen Forums im September 89 gedacht wurde. Der Autor war auch Redakteur beim Jugendsender DT 64: Auf die Resolution (aller) wichtigen DDR-Rockmusiker aus der gleichen Zeit wird nicht eingegangen.
Daß die Eskapaden dieses Funktionärskindes (Z. B. als NVA-Offiziersanwärter beim Cruisen im Schwulenpark erwischt) keine Konsequenzen im DDR-System hatten läßt sich auch nur mit der schützenden Hand des Vaters erklären. Genau an diesem Punkt bleibt jedoch das Buch dünn. Der Autor muß Protektion durch seinen Vater genossen haben - alles andere halte ich für unglaubwürdig. Über das Verhältnis zu seinem Vater schweigt sich Jens Bisky aber recht hartnäckig aus.
Trotzdem ist das Buch "rund". Das Buch ist nun einmal die Autobiographie eines (verwöhnten) DDR-Funktionärskindes. Es liefert einen erstaunlich ehrlichen Blick auf die DDR und was danach kam. Außerdem: Dieses Funktionärskind konvertierte vom NVA-Offizier zum Kulturredakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Keine schlechte Karriere - oder?
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 30. Dezember 2004
Kundenrezensionen:
3.
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